Ein Wochenende voller Hallenchaos, kreativer Teamnamen und einer Nacht, in der Spiele um 3:48 Uhr und improvisierte Schlafplätze völlig normal wurden – ein Blick zurück auf ein erfolgreiches Turnier. Am 02. und 03. Mai organisierte unsere Einrad-Abteilung bereits zum dritten Mal ein 24. Stundenturnier bei uns in Lilienthal.
Einradhockey kennt man bei uns im Verein natürlich – aber ein komplettes 24-Stunden-Turnier einmal von Anfang bis Ende mitzuerleben, ist nochmal etwas ganz anderes. Von den ersten Aufbauarbeiten bis zum letzten Abbau war im Schoofmoorzentrum eigentlich permanent irgendwo Bewegung und das für etwa 30 Stunden.
Ankommen im besten Turnier-Chaos
Schon über zwei Stunden vor Turnierbeginn liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Unser Abteilungsleiter Malte hatte dabei alles im Griff, während in den drei Hallen gleichzeitig aufgebaut wurde.
In der Ballsporthalle entstand ein Spielfeld mit Bande, in der Schoofmoorhalle wurden Schlafplätze vorbereitet und in der Ostlandhalle liefen ebenfalls die letzten Vorbereitungen für ein zweites Spielfeld. Dazu kam ein Mitbringbuffet, das erstaunlich früh schon sehr gut besucht war.
Überall herrschte dieses typische Turniergefühl: viel zu tun, leichtes Chaos – aber irgendwie funktioniert am Ende alles.
Kreative Teams und schneller Start
Die Teamnamen in der Sportart sind sehr kreativ. Von „MUH Bande“ über „Schlaffahrer“ bis zu den „Faultieren“ war alles vertreten.
Pünktlich um 11 Uhr wurden die elf Teams begrüßt, die aus ganz Deutschland angereist waren. Ein Team kam sogar aus der Schweiz . Danach ging es direkt los – gespielt wurde bis zum Abend parallel in zwei Hallen, und schnell hatte man das Gefühl, dass überall gleichzeitig etwas passiert.
Trotz aller lockeren Stimmung wurde auf dem Feld ernsthaft gespielt. Genau diese Mischung machte das Turnier besonders.
Pizza, Gespräche und Turnierfeeling
Um 19 Uhr gab es die erste größere Pause – und wie bei vielen Turnieren wurde spätestens bei der Pizza klar, dass es hier um mehr geht als nur Spiele 🍕.
Zwischen Essen, Gesprächen und kurzen Verschnaufpausen wurde über vergangene Turniere, besondere Spiele und natürlich die kommende Weltmeisterschaft in Österreich gesprochen.
Nachtmodus: Torhymnen & Spiele um 3:48 Uhr
Ab 20 Uhr wurde es etwas ruhiger – aber nie wirklich still. Gespielt wurde weiter, nur mit größeren Pausen bei den Teams. Draußen lief Wikingerschach mit erstaunlich viel Ehrgeiz, drinnen ging der Turnierbetrieb weiter.
Und selbst nachts schlief die Halle eigentlich nie. Nach jedem Tor liefen Torhymnen – egal ob am frühen Abend oder mitten in der Nacht. Irgendwann wurde daraus ein dauerhafter Mix aus Musik, Hallenhall, Taktikanweisungen und sehr vielen Toren.
Ab 21 Uhr startete dann auch der Livestream, der die Spiele bis tief in die Nacht begleitete.
Auch die Moorlichter hatten, wie jedes andere Team in dieser Nacht ein hartes Programm: Spiele um 1:38 Uhr und später nochmal um 3:48 Uhr . Schlaf war da eher ein theoretisches Konzept.
Vor allem das Spiel gegen das Topteam aus der Schweiz blieb hängen. Nach einem starken Start führten die Moorlichter überraschend mit 2:0, bevor sich die Erfahrung der Schweizer am Ende doch durchsetzte und das Spiel 5:16 endete. Trotzdem sorgte genau dieser Beginn nochmal für richtig Stimmung in der Halle.
In der dauerhaft beleuchteten Schoofmoorhalle wurde Schlaf in der Nacht schnell zur Herausforderung. Entsprechend entstanden überall kreative Rückzugsorte für kurze Pausen zwischen den Spielen.
Bis 2:30 Uhr lief der Livestream weiter – aber wirklich ruhig wurde es eigentlich nie.
5 Uhr morgens: plötzlich wieder volle Spannung
Um 5 Uhr morgens stand dann für 4 Teams das Penalty-Schießen noch auf dem Plan.
Und obwohl die Nacht bei vielen längst in den Knochen steckte, war plötzlich wieder Spannung da.
Genau solche Momente machten das Turnier besonders. Ab 5:15 Uhr starteten dann auch die Halbfinalspiele und der zweite Teil des Livestreams begann auch.
Finale, Frühstück und die letzten Kräfte
Ab 6 Uhr kam Verstärkung am Schiedsrichterpult. Langsam merkte man allen Beteiligten die kurze oder bei einigen Lilienthalern die schlaflose Nacht an – trotzdem lief der Turnierbetrieb konzentriert weiter.
Während in der Schoofmoorhalle bereits Frühstück vorbereitet wurde, ging es in die entscheidende Phase. Das Finale zwischen den Einradtigern und dem Schweizer Team wurde nochmal zu einem echten Höhepunkt des Wochenendes.
Unsere Teams aus Lilienthal belegten am Ende Platz 6 (Moorteufel) und Platz 8 (Moorlichter).
Ein Wochenende, das hängen bleibt
Nach der Siegerehrung begann schließlich der letzte Abschnitt des Turniers: Abbau.
Matten wurden zusammengerollt, Banden zerlegt und die Hallen langsam wieder in ihren Normalzustand versetzt.
Nach 24 Stunden Halle, Torhymnen, wenig Schlaf und unzähligen Eindrücken blieb vor allem eins hängen: Dieses Turnier lebt nicht nur vom Sport, sondern vor allem von seiner besonderen Atmosphäre.
Danke an unseren Abteilungsleiter Malte für die herausragende Organisation und allen Herfern für die Unterstützung bei diesem tollen Erlebnis.