Einradhockey-DM in Lilienthal lief erfolgreich

Text: Wümme-Zeitung vom 14. Juni 2022, Foto: Matthias Wulff

 

Text: Dennis Schott. Auf einmal kam so etwas wie Unmut auf. Dazu muss man wissen, dass dies beim Einradhockey, in der ein fairer Umgang miteinander ein ausgeprägtes Merkmal ist, ziemlich ungewöhnlich ist. Aber in einer Situation musste Malte Voelkel noch einmal energisch beim Schiedsrichter nachfragen. Soeben hatte der Spieler des TV Lilienthal in der letzten Vorrundenpartie den Ausgleich erzielt. Zumindest dachte er das. „Der war doch drin!“, sprach Malte Voelkel und brachte seine Verwunderung über die Entscheidung des Schiedsrichters deutlich zum Ausdruck. „Er hat den Ball am vorderen Pfosten gesehen, ich am hinteren, also im Tor“, erklärte der TVL-Akteur, der die Szene hinterher aber schon fast wieder vergessen hatte. Ob das Spiel einen anderen Verlauf genommen hätte, wenn der Treffer gezählt hätte? Vermutlich nicht. Die Trauben hingen für die Lilienthaler bei ihrer ersten Teilnahme bei einer Deutschen Meisterschaft ohnehin sehr hoch. Unterm Strich mussten sie jedes Spiel als verloren melden und wurden Letzter.

Das war aber nicht weiter schlimm. Die Teilnahme als solche war schon ein Erfolg, wie Malte Voelkel, der beim TV Lilienthal Spieler und Einradhockey-Abteilungsleiter in Personalunion ist, bereits im Vorfeld erzählt hatte. Selbst dieser zwölfte Platz war das beste Abschneiden überhaupt des TVL, bei einer Deutschen A-Meisterschaft waren sie zuvor schließlich nicht gewesen. Und auch wenn die „Moorlichter“, so wie sich das Team nennt, am Ende in neun Spielen neun Niederlagen bezogen, war Malte Voelkel hinterher alles andere als deprimiert. „Im Gegenteil. Eigentlich sind wir noch motivierter als vorher“, sagte er. Die DM, deren Vorrunde zum Teil in der Lilienthaler Schoofmoor-Halle ausgetragen wurde, diente vor allem auch dazu, von den besten deutschen Einradhockey-Teams zu lernen. „Und wir haben uns auch einige Tipps geholt, die wir bestimmt im Training umsetzen werden“, so Voelkel.

Nun war es auch nicht so, dass die Lilienthaler komplett chancenlos gewesen wären. Phasenweise zeigten die Gastgeber, dass sie durchaus mithalten können. So wie gegen die „Rädertierchen“ aus Hamburg, als das vermeintliche 6:6 nicht gegeben wurde. Oder gegen die „Einradfüchse“ aus Lübeck, gegen die die Lilienthaler erst Sekunden vor Ultimo den entscheidenden Treffer zur 3:4-Niederlage hinnehmen mussten. Einen umstrittenen dazu, denn ob der Torschütze mit seinem Fuß unerlaubterweise den Boden berührt hatte, war umstritten. „Wir waren eigentlich nur gegen die Top-Teams ohne Chance, gegen die anderen konnten wir zwischendurch zeigen, was wir können“, resümierte Malte Voelkel und gab gleichzeitig zu bedenken, dass sein Team das mit Abstand jüngste des Turniers war. „Hier sind Spieler angetreten, die schon seit 22 Jahren Einrad fahren“, verdeutlichte der TVL-Spieler. Zudem spielten bei den „Moorlichtern“ außer ihm nur Mädchen bis 17 Jahre. Beim Einradhockey können sich die Teams unabhängig von Geschlecht und Alter zusammenstellen.

Den Titel heimste indes ein reines Männerteam ein: der SKV Mörfelden Joker aus der Nähe von Frankfurt. Eine Mannschaft, die den Lilienthalern (und dem Rest) aufzeigte, dass die Lücke zu ihr groß ist. Vor allem in technischer und taktischer Hinsicht hatten sie klar die Nase vorn, das zeigte sich bereits im letzten Vorrundenspiel, als sie auf die „Stachelbären“ aus Düsseldorf, einem Mitfavoriten, trafen und ihn klar mit 11:2 in die Schranken wiesen. Das Finale gegen die „Boogaloos“ aus Herne schien zunächst eine ebenso klare Angelegenheit zu werden, führte Mörfelden doch bereits zur Pause mit 4:0. Zum Ende hin retteten sie aber noch soeben einen Treffer Vorsprung ins Ziel.

TV Lilienthal Moorlichter: Annika Bergmann, Marlene Fladung, Louisa Frahn, Kim Bolfraß, Merle Sparbier, Hannah Fladung, Malte Voelkel.

Weitere Fotos von der Meisterschaft unter: Wulff Photography | Facebook